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Am 21. Februar erscheint POMPEI mit Giuliano Gemma auf DVD.

Am 21. Februar erscheint POMPEI mit Giuliano Gemma auf DVD.

Marcus und Valeria aus Pompeji wollen heiraten, doch dann gerät Marcus in Kriegsgefangenschaft und kann Valerias Familie nicht beistehen, als diese in einem Erdbeben erst obdachlos und dann versklavt wird. Zurück in Pompeji bittet Marcus sofort um Valerias Freiheit, doch als deren Herr angeblich von Valerias Bruder ermordet wird, wandert ihre komplette Familie ins Gefängnis. Marcus aber muss den wahren Mörder finden und eine Verschwörung vereiteln, während im Hintergrund der Vesuv schon mächtig brodelt.

Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
Anzahl Disks: 2
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Erscheinungstermin: 21. Februar 2014
Produktionsjahr: 2008
Spieldauer: 186 Minuten

Interview: Maurice Devereaux

Peter Osteried hat gerade das E-Book „Meister der Angst – 20 Gespräche mit Horrorfilmmachern“ veröffentlicht. Darin enthalten ist auch ein langes Gespräch mit Maurice Devereaux, dessen END OF THE LINE wir im Programm haben. Auszüge des Interviews zu diesem Film wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

Peter Osteried: Sechs Jahre vergingen, bis END OF THE LINE auf den Markt kam. Er wurde aber schon früher gedreht, richtig?

MAURICE DEVEREAUX: Ich habe den Film im August 2006 fertig gestellt. Seine Premiere feierte er kurz danach im September auf dem Toronto International Film Festival – also ein Jahr nach Ende der Dreharbeiten. Aber es dauerte lange, von verschiedenen Verleihen gute Angebote zu bekommen. Da ich in der Vergangenheit schon ein paarmal abgezogen worden bin, wollte ich diesmal alles richtig machen. Das wiederum verzögerte den Vertrieb, bis der Film schließlich im Mai 2009 in den USA ausgewertet wurde. Ob es diesmal die richtige Entscheidung war, weiß ich noch nicht, da ich aus dem US-Deal noch kein Geld gesehen habe. Und die internationalen Verkäufe haben den Budget-Einsatz noch nicht aufgehoben. Also: Noch immer kein Geld für mich. Die Lektion, liebe Leute, ist: Werdet nicht Filmemacher, um reich zu werden.

Peter Osteried: Du hast END OF THE LINE mit Deiner eigenen Firma und eigenem Geld produziert. Was ist dabei am Problematischsten?

MAURICE DEVEREAUX: Es ist sehr riskant und der Druck ist enorm. Wenn etwas schief geht, dann kostet dich das selbst einiges an Geld bzw. treibt dich tiefer in die Schulden. Empfehlen kann ich das nicht, da ich bisher bei jedem meiner Filme einiges Geld verloren habe. Die Leute fragen oft, wo ich das Geld für die Filme her habe. Die einfache Antwort ist: Ich habe dafür gearbeitet. Ich nehme alles Geld, das ich mit 60 oder 70 Stunden Arbeit pro Woche als Cutter für Filmtrailer, TV- und Radio-Werbespots und ähnliches verdiene, mache keinen Urlaub, fahre kein Auto, habe kein Haus und keine Familie, und stecke es in meine Filme.

Peter Osteried: Der Film soll 200.000 kanadische Dollar gekostet haben. Er sieht deutlich teurer aus.

MAURICE DEVEREAUX: Naja, 200.000 sieht nach sehr viel mehr aus, wenn man das aus eigener Tasche berappen muss (lacht). Tatsächlich hat der Film eher 300.000 Dollar gekostet. Dazu kamen noch die Kosten für das Marketing, Reisekosten zu Festivals und dergleichen mehr, so dass unterm Strich wohl eine Zahl von um die 400.000 steht. Davon hab ich ein Viertel durch internationale Verkäufe wieder reingeholt. Aller guten Kritiken zum Trotz war der Film für mich also in Sachen Geld kein Erfolg.

Peter Osteried: Wo hast Du ihn gedreht?

MAURICE DEVEREAUX: Wir haben 20 Tage in Montreal und einen Tag in Toronto gedreht. Dort gibt es eine U-Bahn-Station, die nicht mehr in Betrieb ist.

Peter Osteried: Bei einem Film wie END OF LINE drängt sich die Frage auf: Wie stehst Du zu organisierter Religion?

MAURICE DEVEREAUX: Ich wurde glücklicherweise in einer nicht praktizierenden katholischen Familie erwachsen. So konnte ich mir ein eigenes Bild machen und erhielt nicht schon als Kind eine Gehirnwäsche. Als junger Mann hab ich mich total von der Religion abgewandt. Ich kann verstehen, warum einige sehr religiös sind (wobei manche keine Wahl hatten, da sie schon als Kinder indoktriniert wurden), aber ich finde religiösen Glauben lächerlich. So geht es wohl vielen Menschen, die Logik, Wissenschaft und gesundem Menschenverstand folgen.
Extremisten jeder Religion machen mir Angst. Man kann mit diesen Leuten nicht reden. Stell Dir vor, du stehst einem Selbstmordattentäter gegenüber, der es nicht erwarten kann, sich in die Luft zu sprengen und im Paradies seine 72 oder wie viele es sind Jungfrauen zu haben. Religion ist eine gefährliche Waffe, die benutzt wird, um die Massen zu kontrollieren und Geld und politische Macht zu erlangen. Sie wird entweder von Wahnsinnigen oder Verbrechern genutzt, die Hass und Ignoranz nähren. Leute wie der Papst, der es den Menschen in Afrika noch immer verbieten will, Kondome zu benutzen, was katastrophale Konsequenzen mit sich bringt, da sich AIDS wie ein Lauffeuer ausbreitet. Religion ist eine der traurigsten Erfindungen der Menschheit.

Peter Osteried: Sieht man sich SLASHERS und END OF LINE an, dann merkt man, dass Dich Themen beschäftigen, die sowohl modern als auch aktuell sind. Sind es Themen, die Dich selbst beschäftigen oder spielten Gründe der Vermarktbarkeit hinein?

MAURICE DEVEREAUX: Ich habe niemals einen Film gemacht, nur weil ich dachte, dass man ihn gut vermarkten könnte. Meine Filme kommen von Herzen und sind Geschichten, die ich unbedingt erzählen und mit denen ich etwas ausdrücken will.

Peter Osteried: Ich mag die Ambivalenz am Ende von END OF THE LINE. Es könnten Dämonen oder aber auch nur Halluzinationen sein. Der Zuschauer muss hier selbst entscheiden, ob es Dämonen gibt und die Fundamentalisten Recht hatten oder alles nur eine Halluzination darstellt. Wie interpretierst Du das Ende?

MAURICE DEVEREAUX: Fragen zum Ende beantworte ich nie, weil ich glaube, dass das das Mysterium schädigt. Es ist viel furchteinflößender, wenn man sich nicht sicher sein kann, wie das Ende zu deuten ist. Aber wenn man den Film ganz aufmerksam ansieht, findet man einige verborgene Hinweise darauf, wie ich das Ende des Films interpretiere.

Peter Osteried: Es gab Gerüchte, dass die auf Festivals gezeigte Version des Films zwei Stunden lang gewesen sein soll. Es heißt, die Gore-Szene mit dem Baby sei länger gewesen. Ist da ein Funken Wahrheit daran?

MAURICE DEVEREAUX: Nein, es gab nie eine längere Fassung des Films und nichts wurde aus der Baby-Szene entfernt. Mein erster Schnitt des Films war anderthalb Minuten länger, aber diese Dialogszene findet man nun im Bonusmaterial der DVD. Auf der IMDb wurde das Gerücht begründet, es gäbe eine Zwei-Stunden-Fassung des Films. Das ergab sich wahrscheinlich, weil bei der Vorführung in Toronto zuvor noch ein 20-minütiger Kurzfilm lief und jemand nach dem Kinobesuch auf die Uhr sah, sich dachte, dass es zwei Stunden waren und vergaß, dass der Kurzfilm auch dabei war. Das hat er dann verbreitet – und so entstehen Gerüchte.

Peter Osteried: Wie sieht’s mit einem Sequel aus?

MAURICE DEVEREAUX: Nein, daran bin ich nicht interessiert. Die Geschichte ist erzählt. Aber klar, wenn mir jemand eine Tonne Geld anbietet, würde ich es mir noch mal überlegen (lacht).

Interview mit Alen Markulin

Einige Synchronisationen für unsere Titel entstehen bei dem im Rhein-Main-Gebiet beheimateten Studio Majestix Worx. Geschäftsführer Alen Markulin stand Rede und Antwort und gibt Einblicke, wie die Produktion einer Synchronisation vonstattengeht.

MIG: Wie lange dauert in der Regel die Produktion der Synchronisation eines Films?

Alen Markulin: Für einen klassischen 90 minütigen Film dauert die reine Aufnahmezeit in der Regel 5-7 Tage, dann nochmal 3-4 Tage für den Mix. Die komplette Produktion dauert natürlich länger. Übersetzung, Logistik etc. können schnell mal zusätzliche zehn Tage in Anspruch nehmen.

MIG: Kommt es vor, dass gar keine M&E-Tracks angeliefert werden?

Alen Markulin: In letzter Zeit leider sogar sehr oft. Entweder drängt der VÖ-Termin, das Material wurde oder konnte nicht rechtzeitig geliefert werden – oder es existieren einfach keine M&E-Tracks. Dann müssen wir selber ran.

MIG: Arbeiten Sie mit einem festen Sprecherpool?

Alen Markulin: Ja, sehr wichtig. Termine müssen eingehalten werden und da müssen wir wissen, wen wir buchen. Wir haben einen kleinen Stamm von ca. 25 Synchron-Schauspielern, die richtig gut sind und auf die man sich verlassen kann. Wir kümmern uns auch um Nachwuchs und frische neue Stimmen, was aber meist mit viel Aufbauarbeit verbunden ist und viel Zeit in Anspruch nimmt.

MIG: Spricht ein Sprecher dann gleich Rollen für mehrere Filme auf einmal ein?

Alen Markulin: Unbedingt. Immer wenn möglich. Einerseits erhoffen wir uns eine Kostenersparnis, andererseits auch aus Rücksicht, damit niemand die Reise wegen zehn Takes antreten muss.

MIG: Die Synchronszene ist in den letzten Jahren deutlich härter geworden, nicht wahr?

Alen Markulin: Richtig. Die Budgets haben sich halbiert, die Produktionskosten sind aber geblieben. Mit Einsparmaßnahmen versucht man’s zu kompensieren, leider aber auch oft am falschen Ende. Das Ergebniss bekommt man sogar bei Hollywood-Blockbustern zu sehen, besser gesagt zu hören.

MIG: Sie bearbeiten nicht nur englischsprachige Filme, sondern auch solche mit exotischeren Sprachen, z.B. Russisch. Bringt das besondere Probleme mit sich?

Alen Markulin: Probleme weniger, aber eine erhöhte Aufmerksamkeit. Russisch ist für uns auch nicht wirklich exotisch. Zum einen sind viele Sprecher aus Berlin und der ehemaligen DDR russisch-begabt. Zum anderen tauchen optisch gesehen genügend Labiale in der russischen Sprache auf, die sich beim Synchronisieren auch gut füllen lassen. Kriminell kann es bei Produktionen aus dem asiatischen Raum werden. Die Darsteller öffnen zweimal ihren Mund aber übersetzt wird ein „Harry Potter“-Roman. Die deutsche Sprache muss für solche Produktionen so drastisch reduziert werden, dass man leider mit inhaltlichen Kompromissen leben muss.

MIG: Kann man pauschal sagen, wie viele Filme sie im Monat machen?

Alen Markulin: Über das Jahr verteilt kommen wir auf einen gesunden Schnitt von zwei Filmen pro Monat. Der Monat selbst kann aber auch ganz anders aussehen.

MIG: Worauf muss man bei der Produktion einer Synchronisation besonders achten?

Alen Markulin: Auf alles. Synchronisation ist gleichzusetzen mit Illusion. Wir haben die Aufgabe dem Zuschauer vorzugaukeln, dass das gesprochene Wort in diesem Moment aus diesem Gesicht kommt. Das heisst wir transportieren Inhalt, Emotionen und Räume, in denen sich der Darsteller gerade befindet. Um das zu erreichen gibt es viele unterschiedliche Aufgabenfelder, die erfüllt werden müssen und diese wiederum sind so komplex, dass das hier den Rahmen sprengen würde. Vielleicht schreib ich nochmal ein Buch darüber!?

MIG: Bekommen die Sprecher den Film vorab zu sehen?

Alen Markulin: Sie sind Profi genug, um mit kurzer Vorbereitung sofort in ihre Rollen zu schlüpfen. Sie sind ja auch Synchronschauspieler – und nicht nur Sprecher.

MIG: Der Dialog ist in Takes unterteilt. Wie viele Takes hat ein Durchschnittsfilm von 90 Minuten in etwa?

Alen Markulin: Da kann man schon mit 1.500 bis 2.000 Takes rechnen.

MIG: Wie umfangreich ist ein Take eigentlich? Ein Satz?

Alen Markulin: Das wüsste ich auch gern. Tatsache ist, das jedes Studio es unterschiedlich handhabt und somit auch keine tatsächliche Norm existiert. Über die Jahre haben wir für uns ein System entwickelt, das alleinig auf die Performance des Sprechers ausgelegt ist, denn darauf kommt es ja auch an. Fühlt er sich wohl, kann er auch seine Höchstleistung abrufen. Die Bezeichnung Take ist noch ein Überbleibsel aus den 80er Jahren, als man noch mit Band aufgenommen hat. Da konnte ein Take auch drei Sätze haben. Man nahm eben solange auf bis die Schleife im Kasten war. Das war technisch nicht anders zu realisieren. Heute ist man da flexibler. Ein Take kann von einem Huster bis zu mehreren Sätzen sein. „Alles was sich gut sprechen und spielen lässt“, sagte mal ein netter Kollege.

MIG: Bei längeren Takes wir es wohl schwieriger?

Alen Markulin: Es wird schwieriger, die Genauigkeit und Präzision durchzuhalten. Dann machen wir die Takes spontan kleiner und arbeiten an den Details, die uns wichtig sind. Man muss dabei auf den Anschnitt aufpassen, dass die Atmer und die Übergänge stimmen und man nicht hört, dass die Lunge wieder voll ist, wenn er sich doch gerade erst die Seele aus dem Leib geschrien hat.

MIG: Der Vorteil bei den kleineren Produktionen im Vergleich zu den großen ist sicherlich, dass sie fertiges Bildmaterial haben. Bei den Hollywood-Blockbustern ist es ja auch nicht mehr unüblich, dass die Synchronisation mit Schwarzbild gemacht wird und man nur noch die Mundbewegungen sehen kann.

Alen Markulin: Ja, irgendwas Gutes muss es bei den B-Movies ja geben. Mit Schwarzbild produzieren zu müssen kommt auch schon mal vor, ist aber nicht die Regel. Wie schon gesagt, wir haben mehr mit den M&E-Tracks zu kämpfen.

MIG: Wie schwierig ist es, bei bekannten Schauspielern auch deren bekannte Stimmen anzuheuern?

Alen Markulin: Gar nicht. Alles eine Budgetfrage. Wenn wir so einen Fall haben, kalkulieren und besprechen wir die Kosten mit den MIG-Leuten. Bei einem netten „nö, ist zu teuer“ können wir auch gute Alternativen anbieten.

MIG: Sind dann Sprecher wie Thomas Danneberg oder Manfred Lehmann deutlich teurer?

Alen Markulin: Die beiden immer wieder gerne heranzitierten Namen beim Thema Synchronpreise haben ihren Marktwert. Da zahlt man quasi nicht nur die Leistung sondern zusätzlich den Stimmwert. Andere Synchronschauspieler machen deswegen ihren Job nicht schlechter. Bei markanten Stimmen, die über Jahre grosse Rollen gesprochen haben kann es auch mal passieren, dass Preise aufgerufen werden die im B-Movie Sektor nicht zu realisieren sind.

MIG: Lob gibt es für Synchronisationen selten?

Alen Markulin: Nein, wieso? Gut, wenn man sich die Rezensionen von all den selbsternannten Fachleuten ansieht, die nur mit Plattitüden wie „emotionslose Synchro“ oder „banale Dialoge“ um sich hauen, könnte das den Anschein erwecken. Aber was soll das aussagen? Fakt ist, ist der Film Schrott ist es bei dieser Art von Rezensionen die Synchro gleich mit. Manche lassen sich vom B-Movie Feeling blenden. Wie schon gesagt, ein hart umkämpfter Markt, es wird auch schon gern mal an Rezensionen geschraubt, die nicht ganz der Wahrheit entsprechen. Da hilft nur anschauen und seine eigene Meinung bilden. Das schönste Lob war mal: „Seltsam, bei euren Synchros kann ich auch die Augen schliessen.“ -WIESO?- „Dann hör ich was Wunderbares: Dialoge!“